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Unser Braunschweig
23.07.08 "Altstadt will sich gegen Schloss behaupten"
Geschrieben von: Sigrid Probst   

50 Pflanzkürbel sollen weiterhelfen ... (Bericht in der Braunschweiger Zeitung vom 22.07.)
    Die Altstadt mit dem Kohlmarkt, dem Altstadtmarkt ist nicht mehr die Mitte Braunschweigs, denn wir haben eine Neue Mitte. So gewollt, von der derzeitigen Verwaltung mit den Abstimmungen der Ratsleute von CDU und FDP und natürrlich mit der einen Stimme Mehrheit vom Oberbürrgermeister. Sie haben dem Bebauungsplan fürr die Schlossarkaden zugestimmt. Die alte Stadtmitte war immer dort, wo die alten Kirchen und Märkte sind, eben auch die Handelsplätze.
    Der Bohlweg und die Schlossarkaden, das Einkaufschloss sollen nun aber die Käuferströme auffangen. Es wurde bewusst in Kauf genommen, dass bisherige Kaufviertel Schaden nehmen.
    Es geschieht genau so, wie es die so geliebten Schlossparkfreunde vorhergesagt haben, denn auch sie haben recherchiert und sich Auskürnfte eingeholt.
    Vier große Zeitungen dieser Republik haben nach Anfragen in den Wirtschaftsredaktionen, nach Mitteilungen, dass 30.000 qm Verkaufsfläche neu entstehen werden, unabhängig von einander erklärt, dass beides keinen Bestand haben wird. Einbrürche im Altstadtbereich sind vorprogrammiert.
    Nun wird erst einmal ein Verein gegrürndet. Jeder der im Quartier lebt und sein Geld verdient, soll nun seinen Beitrag leisten. Möglichst kostenneutral fürr den Steuerzahler. Wer glaubt denn so etwas? Wir werden geradezu ürberschwemmt mit Folgekosten.
    Also freuen wir uns auf 50 Pflanzkürbel, sie sollen jetzt die Käufer in die Altstadt locken.

 
05.10.10 Im Windschatten der Krise
Geschrieben von: Wolf Nehmiz   

Mußten im Zuge der Finanzkrise besonders die HSH Nordbank und die BayernLB mit staatlicher Unterstützung und Bürgschaften in Milliardenhöhe gerettet werden, so blieb es um die Nord/LB vergleichsweise ruhig. Wirft man einen Blick in den Geschäftsbericht 2009 und den Zwischenbericht vom 30.06.10 der Nord/LB, kann man allerdings den Eindruck gewinnen, daß auch die Nord/LB deutlich von der Finanzkrise betroffen ist.

Im hochglänzenden Geschäftsbericht 2009 der Bank lautet ihr Resumee: "Der Geschäftsverlauf ist in Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen als noch zufriedenstellend anzusehen." Weiter heißt es: "Der Anteil der Kredite in den Ratingklassen erhöhtes bis sehr hohes Risiko stieg insbesondere durch Ratingmigrationen von vier auf acht Prozent", was einem absoluten Volumen von 18 Milliarden Euro entsprach. Hinzu kam ein deutlicher Zuwachs der "Non Performing Loans (NPL)" auf 3,7 Mrd. Euro. Für diese so genannten "Non Performing Loans" gibt es keine allgemein gültige Definition – bestenfalls den Oberbegriff "notleidende" oder "faule" Kredite. Es ergab sich also eine Kreditsumme von 21,7 Mrd. Euro, die zu Jahresbeginn mit erhöhtem, hohem oder sehr hohem Risiko oder mit "NPL" bewertet wurde. Im Zwischenbericht der Bank vom 30.06.10 weisen die vier oben genannten Risikoarten nochmals eine deutliche Verschlechterung auf und summieren sich nun auf 27,6 Mrd. Euro (plus 27% innerhalb eines halben Jahres). Dazu heißt es im Zwischenbericht lapidar: "Besonders das Schiffs- und Immobilienportfolio des Konzerns ist von gestiegenen Ausfallwahrscheinlichkeiten betroffen."

Die Bezüge des Vorstands der Bank erhöhten sich um 16% und die des Aufsichtsrates um mehr als 19% gegenüber dem Vorjahr. Das Honorar der Konzernabschlußprüfungsgesellschaft stieg um 77%.

Zur Lektüre sei an dieser Stelle die soeben erschienene attac-Ausgabe der "Financial Crimes" im Gewand der "Financial Times" empfohlen.

 
04.10.10 Stuttgart ist überall! - Geht`s nur noch mit der Lüge?
Geschrieben von: Uwe Meier   
 

"In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt!" (George Orwell in 1984)

Die DDR ist zerfallen, weil die offizielle Verlautbarung nicht mehr zusammenpasste mit der Realität, die das Volk täglich erfuhr. 20 Jahre nach dem Übertritt der DDR in die Bundesrepublik muss daran erinnert werden – zumal vor dem Hintergrund von Stuttgart, Asse, Konrad, Gorleben, Laufzeitverlängerung, Finanzcrash, Privatisierung öffentlichen Eigentums, Schlossfassaden, Re-Feudalisierung, Ent-Demokratisierung, Klientelpolitik und staatlicher Gewalt.

Betrachten wir die Bundesrepublik 2010. Es scheint, dass der gesellschaftliche Grundkonsens von Seiten der Regierenden aufgekündigt wird. Die Menschen in der Republik haben schon seit geraumer Zeit das Gefühl, dass Demokratie von Formal-Demokraten eher verwaltet als bürgernah gestaltet wird. Lobbyisten sitzen in den Ministerien und schreiben sich ihre Gesetze, politische Entscheidungsträger versuchen inzwischen nicht einmal mehr zu verdecken, dass sie als Marionetten am Faden der Finanz-, Atom- und Pharmaindustrie hängen. Und wenn es mit der Bevölkerung nicht klappt, dann wird eine PR-Maschine angeworfen, bei der die Wahrhaftigkeit auf der Strecke bleibt. Und wenn auch das nicht mehr klappt – siehe Stuttgart – wird die Keule rausgeholt, und zwar exakt geplant, kalkuliert und rücksichtslos. Dass nicht einmal mehr auf die eigenen Wähler Rücksicht genommen wird, zeigt, wie sicher sich die Formaldemokraten hinter ihrer Polizeigewalt fühlen.

Demokratie lebt von der Wahrhaftigkeit – die Lüge ist Gift für sie. Stuttgart hat offensichtliche Symbolkraft für das Versagen der politischen Klasse. Natürlich geht es beim unterirdischen Bahnhof nicht um eine rasche Verbindung von Paris nach Bratislawa, sondern Stuttgart 21 ist ein gigantisches Immobilienprojekt, bei dem die Bahnanlagen verkauft werden sollen, damit ein neuer Stadtteil entsteht.

Doch bleiben wir mit einigen Beispielen in der Region: Bei der Atommülllagerung in Asse II wurde selten die Wahrheit gesagt. 40 Jahre wurde von Seiten der Wissenschaft und der Bundes- und Landespolitik schlicht gelogen. Asse II war nie sicher, und es tritt seit Jahrzehnten Wasser ein – so wissen wir heute. Versprochen wird eine „revolutionäre“ Energiepolitik, und dahinter steht die Behinderung alternativer Energien durch eine unverantwortbare Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Nachhaltig ist hier nur der Atommüll – über Jahrmillionen. In Braunschweig wurde das versprochene Schloss nie gebaut, sondern eine Fassade vor einem Kaufhaus mit einigen angemieteten Räumlichkeiten. Die Privatisierung des öffentlichen Eigentums in Braunschweig ist ein Verlustgeschäft, wie jede/r weiß, der sich dafür interessiert. Die Liste der Halb- und Unwahrheiten lässt sich beliebig in alle Politikbereiche ausdehnen.

„Bei uns entscheiden die Parlamente, und niemand sonst“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Auch unser OB Dr. Hoffmann lehnt Bürgerbeteiligung bei wichtigen politischen Entscheidungen entschieden ab (siehe Spaßbad, Schlosspark und diverse Einlassungen über Initiativen). Die Damen und Herrn politische Entscheidungsträger übersehen Eines und Entscheidendes: Unsere Demokratie lebt von der moralischen Legitimation. Vor einer Maultaschen-Justiz auf der Grundlage einer Betriebswirte-Demokratie muss sich der Bürger schützen. Der Re-Feudalisierung muss Einhalt geboten werden. Demokratie ist eine Lebensform, die ständig neu erstritten werden muss – anscheinend vom Bürger auf der Straße! Mit Lügen wird keine moralische Legitimation erreicht, und erst recht nicht mit Polizeigewalt.

 
02.07.08 "Eisen erzieht"?
Geschrieben von: Margot Michaelis   

Nicht gedruckter Leserbrief zum Artikel: Der Werdegang eines VW-Lehrlings, BZ vom 14.6. 08

Wie harmlos das doch klingt: der Werdegang eines VW-Lehrlings 1939, der zudem so fesch in seiner HJ-Ausgehuniform gezeigt wird. Das muss ja richtig schön gewesen sein, wenn man zu den „auserwählten Jungen und Mädels“ gehörte, die zu „verantwortungsbewussten jungen Deutschen“ erzogen wurden: Ausbildung unter dem Motto „Eisen erzieht“, Motorrad-HJ und Wehrmachtslehrgang, eigene Unterkürnfte und Tanzkurse – alles Teil der betrieblichen Ausbildung. Das mag dem jungen Lehrling damals vielleicht imponiert haben. Aber war da nicht noch etwas anderes? Ach ja, der Krieg „warf seine Schatten“ und Mitlehrlinge fielen. Direkt nebenan aber litten noch ganz andere Menschen. VW ist ein Betrieb gewesen, der nicht nur fürr den Krieg sehr bedeutsam war. Neben dem braven Lehrling schufteten dort Zwangsarbeiter. Das wird einem „Auserwählten“ im Naziregime vielleicht nicht aufgefallen sein. Aber ist es möglich, im Jahr 2008 einen Artikel ürber VW im Jahre 1939 zu drucken, der dies alles ausblendet? Das Schlimmste an dem Artikel ist seine vollkommen unreflektierte Harmlosigkeit.

Margot Michaelis                                                            Braunschweig

 
02.06.08 Ist es das, was Kinder brauchen?
Geschrieben von: Sigrid Probst   

Nicht gedruckter Leserbrief zum Artikel in der nB vom 18.06.2008: "Kleine Hände kneteten in sahnigem Vanilleeis"

Frürher formten wir mit Sand, Knetekitt, Ton und anderen Materialien.

20 Schürler der Grundschule Hohestieg durften sich an Bergen von z.B. fürnf Kilo Schokolade, siebeneinhalb Kilo Marzipan und 35 Kilo Vanilleeis austoben. Sie sollen auch mal im ürberfluss schwelgen. Ist es das was die Kinder brauchen? Kinder aus sozial schwach gestellten Verhältnissen? Damit auch noch den Hintergrund bilden fürr eine Kürnstlerin, die sich auf vergängliches "Material" spezialisiert hat. Die Professorin war ebenfalls begeistert.

Natürrlich hat das Spaß gemacht! Aber hören und lesen wir nicht andauernd von den Defiziten in den Schulen die auffällig sind? Gibt es keine anderen Projekte?

Ich finde das dekadent. Das kann kein Beitrag fürr Lebensentwürrfe sein

 
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